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Ratgeber

Internet ohne Glasfaser: Kabel, DSL, 5G und Satellit im Vergleich

Noch keine Glasfaser? Meist ist Kabel die schnellste Alternative, danach DSL. Wo beides fehlt, helfen 5G-Router oder Satelliteninternet – und im Notfall das Recht auf Mindestversorgung.

Aktualisiert am 28. Oktober 2026Zahlen: Breitbandatlas der Bundesnetzagentur
Glasfaser in deinem Ort

Ausbaustand, Anbieter und Alternativen für 12.614 Orte.

So sieht es in Deutschland aus

Rund die Hälfte der Haushalte kann heute Glasfaser buchen. Die übrigen sind aber selten ohne schnelles Internet: Kabel und modernes DSL erreichen deutlich mehr Haushalte.

49 %

der Haushalte in Deutschland können Glasfaser buchen

62 %

können Kabel-Internet mit 1 Gbit/s buchen

79 %

erreichen über DSL mindestens 100 Mbit/s

Breitbandatlas der Bundesnetzagentur, Stand 12/2025; Mobilfunk Stand 06/2026.

In 3.205 von 10.804 Gemeinden haben weniger als 10 % der Haushalte Zugang zu Glasfaser – zusammen 5,6 Mio. Haushalte. Dort können im Schnitt 51 % Kabel mit 1 Gbit/s und 78 % DSL mit mindestens 100 Mbit/s buchen. Nur 1,3 % aller Haushalte (rund 544.200) kommen über Festnetz nicht auf 16 Mbit/s.

Was gibt es an deinem Ort? Glasfaser, Kabel und DSL je Gemeinde

Welche Alternative passt zu dir?

Vier kurze Fragen – die Empfehlung führt direkt zum passenden Abschnitt:

Liegt ein TV-Kabelanschluss (Vodafone, PYUR o. ä.) in deinem Haus?
Bekommst du über DSL mindestens 100 Mbit/s?
Hast du im Haus guten 4G- oder 5G-Empfang?
Sind dir Videocalls oder Online-Spiele wichtig?

Beantworte die Fragen – die Empfehlung erscheint hier.

Die Alternativen im Überblick

Technik Download bis Upload bis Ping Datenvolumen Gut für
Kabel (DOCSIS 3.1) 1.000 Mbit/s 75 Mbit/s niedrig unbegrenzt hohe Download-Raten, Streaming, Familien
DSL (Super-Vectoring) 250 Mbit/s 40 Mbit/s niedrig unbegrenzt solide Grundversorgung, wenn die Leitung kurz ist
5G/LTE-Router 300–500 Mbit/s 40–50 Mbit/s mittel oft begrenzt Orte ohne gutes Festnetz, Zweitwohnung
Satellit (Starlink) über 400 Mbit/s 35 Mbit/s 25–50 ms unbegrenzt abgelegene Häuser ohne andere Möglichkeit
Satellit (geostationär) 75 Mbit/s 6 Mbit/s ca. 700 ms unbegrenzt (Fair Use) Surfen und Mail, nicht für Spiele und Videocalls

Höchstwerte der Tarife; tatsächlich erreichbar ist oft weniger. Werte laut Anbietern, Stand Oktober 2026.

Upload im Vergleich: Höchstwerte typischer Tarife
Glasfaser 1.000500 Mbit/s
Kabel 1.00075 Mbit/s
5G-Router50 Mbit/s
DSL 25040 Mbit/s
Starlink35 Mbit/s
Satellit geostationär6 Mbit/s

Glasfaser: Telekom und 1&1 mit 1.000 Mbit/s; Kabel: Vodafone; 5G: Telekom Speedbox; Starlink: typischer Upload laut Vertragszusammenfassung; geostationär: skyDSL.

Kabel-Internet: die schnellste Alternative

Das TV-Kabelnetz liefert heute bis zu 1 Gbit/s im Download. Der Upload ist mit bis zu 75 Mbit/s deutlich geringer als bei Glasfaser. Laut Produktinformationsblatt erreicht Vodafones schnellster Kabeltarif normalerweise 850 Mbit/s, mindestens 600 Mbit/s im Download.

Kabel ist ein geteiltes Medium: Alle Anschlüsse in einem Netzabschnitt teilen sich die Kapazität. Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass die Datenrate je Nutzer sinkt, je mehr Kunden angeschlossen sind und solange der Betreiber das Netz nicht erweitert.

Kabel gibt es von Vodafone, PYUR und regionalen Netzbetreibern; o2 verkauft Tarife im Vodafone- und PYUR-Netz. Die günstigsten Kabel-Tarife je Geschwindigkeit:

GeschwindigkeitGünstigster TarifØ pro Monat
1.000 Mbit/sPYUR · Pure Speed 1000 (Kabel)35,83 €
800 Mbit/sVodafone · GigaZuhause 800 Kabel47,07 €
600 Mbit/sVodafone · GigaZuhause 600 Kabel43,95 €
500 Mbit/sPYUR · Pure Speed 500 (Kabel)30,83 €
300 Mbit/so2 · O2 Home L (Kabel)37,91 €

Durchschnitt über 24 Monate inkl. Aktion und einmaliger Kosten, Tarife der großen Anbieter, Stand 28. Oktober 2026, ohne Gewähr.

DSL und Vectoring

DSL läuft über die Telefonleitung. Mit Super-Vectoring sind bis zu 250 Mbit/s im Download und 40 Mbit/s im Upload möglich. Wie viel ankommt, hängt von der Länge und Dämpfung der Kupferleitung bis zum Verteilerkasten ab: je weiter, desto langsamer.

Die Telekom nennt für ihre Tarife diese Werte im Download (maximal / normalerweise / mindestens):

  • DSL 250: 250 / 200 / 175 Mbit/s
  • DSL 100: 100 / 84 / 54 Mbit/s
  • DSL 50: 50 / 47 / 28 Mbit/s
  • DSL 16: 16 / 9,5 / 6,3 Mbit/s

DSL bieten die Telekom und viele Anbieter über das Telekom-Netz an, etwa 1&1, o2, Vodafone und congstar. Die günstigsten DSL-Tarife je Geschwindigkeit:

GeschwindigkeitGünstigster TarifØ pro Monat
250 Mbit/so2 · O2 Home L (DSL)37,91 €
100 Mbit/so2 · O2 Home M (DSL)32,91 €
50 Mbit/so2 · O2 Home S (DSL)27,91 €
16 Mbit/sVodafone · GigaZuhause 16 DSL31,45 €

Durchschnitt über 24 Monate inkl. Aktion und einmaliger Kosten, Tarife der großen Anbieter, Stand 28. Oktober 2026, ohne Gewähr.

5G und LTE als Ersatz fürs Festnetz

99,6 % der Haushalte sind von mindestens einem 5G-Netz erreicht (Mobilfunk-Monitoring der Bundesnetzagentur, Stand 06/2026). Die Angabe gilt für den Empfang im Freien – im Haus ist das Signal oft schwächer. Wie gut die Netze an deinem Ort sind, zeigt die Ortsseite.

Für zu Hause bieten die Netzbetreiber eigene Tarife mit Router an. Wichtig ist das Datenvolumen: Ist es aufgebraucht, wird stark gedrosselt.

Tarif Download bis Datenvolumen Preis / Monat Laufzeit
Telekom MagentaMobil Speedbox S / M / L 300 Mbit/s 100 / 200 / 400 GB, danach gesperrt 34,95 / 44,95 / 64,95 € (ab Monat 61: 39,95 / 54,95 / 74,95 €) 24 Monate
Vodafone GigaCube Zuhause 100 / 200 / Unlimited (5G) 300 Mbit/s 100 / 200 GB / unbegrenzt, danach 32 kbit/s 29,99 € in Monat 1–6, danach 46,99 / 56,99 / 76,99 € 24 Monate
o2 Home S / M (LTE/5G) 50 / 100 Mbit/s unbegrenzt 24,99 / 29,99 € in Monat 1–12, danach 34,99 / 39,99 €, Router ab 5,99 € 24 Monate
1&1 5G zu Hause 100 / 250 / Unlimited 500 Mbit/s 100 / 250 GB / unbegrenzt, danach 384 kbit/s 29,99 / 39,99 / 69,99 €, Router 6,99 € 24 Monate

Preise laut Anbietern, Stand 28. Oktober 2026, ohne Gewähr. 1&1 nur dort, wo das eigene 5G-Netz ausgebaut ist. Die Tarife sind meist an eine feste Adresse gebunden.

Rechne dein Volumen nach: Laut Netflix braucht Streaming in HD bis zu 3 GB pro Stunde. Wer viel streamt, kommt mit 100 GB im Monat nicht weit – unbegrenzte Tarife sind dann die bessere Wahl.

Starlink nutzt Satelliten in niedriger Umlaufbahn und erreicht damit einen Ping von 25 bis 50 ms – ähnlich wie im Festnetz. Die Tarife kosten 35 € (bis 100 Mbit/s), 55 € (bis 200 Mbit/s) und 75 € im Monat (Max, laut Starlink über 400 Mbit/s; erwartet werden 50 bis 300 Mbit/s zu Spitzenzeiten). Die Hardware wird geliehen, es gibt keine Mindestlaufzeit und kein Volumenlimit. Die Antenne braucht freie Sicht zum Himmel.

Geostationäre Satelliten wie bei skyDSL stehen in rund 36.000 km Höhe. Das Signal braucht deshalb etwa 700 ms für Hin- und Rückweg – für Videocalls und Online-Spiele ist das zu langsam. skyDSL kostet 27,90 € (30 Mbit/s) oder 32,90 € (75 Mbit/s) je vier Wochen, ohne Mindestlaufzeit; die Hardware wird gemietet. Eutelsat nimmt für Konnect in Deutschland keine neuen Privatkunden mehr auf.

Recht auf Mindestversorgung

Seit Dezember 2021 gibt es ein Recht auf Versorgung mit schnellem Internet (§§ 156 ff. Telekommunikationsgesetz). Die Mindestwerte stehen in der TK-Mindestversorgungsverordnung: mindestens 15 Mbit/s im Download, 5 Mbit/s im Upload und höchstens 150 ms Latenz. Bis Ende 2024 galten 10 und 1,7 Mbit/s. Der Anspruch gilt für Hauptwohnung und Geschäftsort, nicht für Ferienhäuser. Eine bestimmte Technik gibt es nicht – auch Mobilfunk oder Satellit können ausreichen.

  1. Versorgung mit der Desktop-App der Breitbandmessung messen.
  2. Beim Kontaktformular der Bundesnetzagentur melden, mit Messprotokollen und ggf. Absagen von Anbietern.
  3. Die Bundesnetzagentur prüft und stellt eine Unterversorgung innerhalb von zwei Monaten fest.
  4. Anbieter haben dann einen Monat Zeit für ein Angebot; sonst verpflichtet die Bundesnetzagentur spätestens nach fünf Monaten ein Unternehmen.
  5. Das verpflichtete Unternehmen muss spätestens drei Monate später mit dem Anschluss beginnen.

Wann kommt Glasfaser zu dir?

Viele Gemeinden mit wenig Glasfaser stehen kurz vor dem Ausbau. Ob ein Netzbetreiber gerade Verträge sammelt (Vorvermarktung), steht auf der Ortsseite – dort siehst du auch, welche Alternativen es vor Ort gibt und wie sich der Ausbau seit 2022 entwickelt hat.

Ausbau und Projekte in deinem Ort

Häufige Fragen

Was ist die beste Alternative zu Glasfaser?

Wo es Kabel gibt, ist Kabel mit bis zu 1 Gbit/s meist die schnellste Alternative. Danach folgt DSL mit Super-Vectoring (bis 250 Mbit/s). 5G-Router und Satellit lohnen sich vor allem dort, wo das Festnetz langsam ist.

Reicht 5G als Ersatz für DSL?

Oft ja, wenn der Empfang im Haus gut ist und das Datenvolumen passt. Ein 5G-Router erreicht bis zu 300 bis 500 Mbit/s, die Geschwindigkeit schwankt aber mit der Auslastung der Funkzelle. Tarife mit begrenztem Volumen werden nach dem Verbrauch stark gedrosselt.

Lohnt sich Starlink?

Für Häuser ohne Kabel, ohne schnelles DSL und mit schlechtem Mobilfunk ist Starlink eine gute Lösung: niedriger Ping, kein Volumenlimit, keine Mindestlaufzeit, ab 35 € im Monat. Wo Kabel oder Glasfaser verfügbar sind, ist das Festnetz meist günstiger und stabiler.

Habe ich ein Recht auf schnelles Internet?

Ja, auf eine Mindestversorgung von 15 Mbit/s im Download, 5 Mbit/s im Upload und höchstens 150 ms Latenz an der Hauptwohnung. Den Anspruch meldest du nach einer Messung bei der Bundesnetzagentur an.

Wie finde ich heraus, was an meiner Adresse geht?

Die Ortsseite zeigt, wie viele Haushalte in deinem Ort Glasfaser, Kabel und DSL buchen können. Für die genaue Hausnummer hilft die Verfügbarkeitsprüfung.

Quellen
  • Breitbandatlas und Mobilfunk-Monitoring der Bundesnetzagentur (Zahlen oben, jeweils aktueller Stand)
  • TK-Mindestversorgungsverordnung, § 2 und Bundesnetzagentur: Recht auf Versorgung
  • Breitbandmessung der Bundesnetzagentur, Jahresbericht 2019/2020 (Kabel als geteiltes Medium)
  • Produktinformationsblätter und Tarifseiten von Telekom, Vodafone, o2, 1&1, Starlink und skyDSL, abgerufen am 28. Oktober 2026

Gibt es Glasfaser bei dir?

Ausbau, Anbieter und Alternativen für 12.614 Orte – Ort oder Postleitzahl eingeben.

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