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Ratgeber

Glasfaser-Hausanschluss: Ablauf, Kosten und wer zustimmen muss

Während des Ausbaus ist der Glasfaser-Hausanschluss meist kostenlos, später kostet er mehrere hundert bis über 1.500 €. So läuft er ab, was Eigentümer, Mieter und Eigentümergemeinschaften wissen müssen und was du vorbereiten solltest.

Aktualisiert am 28. Oktober 2026Zahlen: Breitbandatlas der Bundesnetzagentur
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Ausbaustand, Anbieter und Alternativen für 12.614 Orte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kostenlos ist der Hausanschluss meist nur während des Ausbaus im Ort – oft gekoppelt an einen Tarif.
  • Später verlangen die Netzbetreiber je nach Anbieter mehrere hundert bis über 1.500 €.
  • Der Eigentümer muss zustimmen (Gestattungsvertrag); Mieter brauchen den Vermieter, in Eigentümergemeinschaften ist der Anschluss gesetzlich begünstigt.
  • Niemand muss einen Glasfaservertrag abschließen – das alte Netz wird nicht abgeschaltet, solange keine gleichwertige Alternative besteht.

So läuft der Hausanschluss ab

Klick dich durch die Stationen – vom Verteiler in der Straße bis zum Router in deiner Wohnung:

Schnittbild eines Glasfaser-Hausanschlusses von der Straße bis zum Router 1 2 3 4 5 6
1. Verteiler in der StraßeVom Glasfaser-Verteiler am Straßenrand führt ein Leerrohr bis zur Grundstücksgrenze. Die Straße wird dafür meist nur kurz geöffnet.

Die Schritte im Einzelnen:

  1. Vertrag oder AuftragIn der Vorvermarktung sammelt der Netzbetreiber Verträge; bei Deutsche Glasfaser fällt die Ausbauentscheidung laut Verbraucherzentrale meist ab 30 bis 40 % Vorverträgen. Bei anderen Betreibern ist die Tarifbuchung Bedingung für den kostenlosen Anschluss.
  2. Zustimmung des EigentümersDer Eigentümer erlaubt den Bau auf dem Grundstück – je nach Betreiber per Gestattungsvertrag, Nutzungsvereinbarung oder Grundstückseigentümererklärung, oft online.
  3. HausbegehungEin Baupartner legt mit dir fest, wo die Leitung ins Haus kommt, wo der Hausübergabepunkt hängt und wo Glasfaserdose, Netzabschluss und Router stehen.
  4. Tiefbau in der StraßeLeerrohre werden bis zur Grundstücksgrenze verlegt; Deutsche Glasfaser öffnet und schließt einen Straßenzug nach eigener Angabe in der Regel an einem Tag.
  5. Tiefbau auf dem GrundstückMeist grabenlos per Erdrakete oder Spülbohrung bis zu einer kleinen Grube an der Hauswand – Vorgarten und Einfahrt bleiben so weitgehend unberührt. Seltener wird offen gegraben.
  6. HauseinführungEine kleine Bohrung durch die Hauswand (bei Deutsche Glasfaser etwa 16 mm), anschließend gas- und wasserdicht verschlossen.
  7. HausübergabepunktDer Übergang vom Außennetz ins Gebäude, meist im Keller oder Hausanschlussraum, bis etwa 3 m von der Hauseinführung entfernt. Er braucht keinen Strom.
  8. GlasfaserdoseDie Teilnehmeranschlussdose kommt in die Wohnung. Bei Telekom und OXG ist sie bis 20 m Kabel kostenlos, wenn du den Leitungsweg vorbereitet hast.
  9. Netzabschluss (ONT)Das Glasfaser-Modem wandelt das Lichtsignal; dahinter hängt der Router, manche Router haben den ONT eingebaut.
  10. FreischaltungSobald der Verteiler im Ort aktiv ist, verbindet ein Techniker alles und schaltet den Tarif frei.

Wie lange dauert das? Eine feste Dauer nennen die meisten Betreiber nicht. GlasfaserPlus rechnet mit etwa 6 bis 12 Monaten, bis alle Straßen eines Ausbaugebiets fertig sind; Genehmigungen und Material können das verzögern. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Fristen der Vorvermarktung oft ein- bis zweimal verlängert werden.

Was kostet der Hausanschluss?

Während des Ausbaus ist der Anschluss bei den großen Netzbetreibern in der Regel kostenlos – meist unter der Bedingung, dass du einen Tarif buchst. Wer erst später bestellt, zahlt:

Netzbetreiber Während des Ausbaus Später
Deutsche Glasfaser kostenlos bei Auftrag in der Vorvermarktung mindestens 1.500 €
Telekom kostenlos mit Glasfaser-Tarif (kein Neubau) 999,95 € (Listenpreis)
OXG (Vodafone) kostenlos, auch ohne Internetvertrag bis zu 1.200 €
Westconnect (E.ON) kostenlos mit Tarif, Aktivierung inklusive rund 1.500 € plus rund 400 € Aktivierung
GlasfaserPlus in der Regel kostenlos, Tarif nötig „mehrere hundert Euro“

Angaben der Netzbetreiber, Stand Oktober 2026. Hinzu kommt bei vielen Tarifen ein einmaliger Bereitstellungspreis – siehe Glasfaser-Tarife.

Liegt dein Haus außerhalb eines Ausbaugebiets, wird es teuer: Für einen Einzelanschluss nennt die Telekom im Schnitt rund 20.000 € für Verteiler, Hausanschluss und Gebäudenetz, je nach Tiefbau auch mehr.

Eigentümer, Mieter, Eigentümergemeinschaft

Eigentümer

Ohne deine Zustimmung bauen die Netzbetreiber in der Praxis nicht auf deinem Grundstück. Rechtlich kannst du den Anschluss an ein Glasfasernetz allerdings nur begrenzt verbieten: Nach § 134 Abs. 1 TKG muss ein Eigentümer ihn dulden, soweit das Grundstück dadurch nicht unzumutbar beeinträchtigt wird. Den Strom für die aktive Technik im Haus muss der Eigentümer ermöglichen; die Kosten trägt der Netzbetreiber.

Mieter

Als Mieter kannst du den Anschluss mit einer Tarifbuchung anstoßen; der Netzbetreiber holt dann die Zustimmung des Vermieters ein. Der erste Glasfaseranschluss zählt rechtlich als Modernisierung, die Mieter dulden müssen (§ 555b Nr. 4a, § 555d BGB). Seit dem 1. Juli 2024 dürfen Vermieter Kabel-TV- und Internetgebühren nicht mehr über die Nebenkosten abrechnen.

Für den Glasfaserausbau im Haus darf der Vermieter ein Glasfaserbereitstellungsentgelt umlegen (§ 72 TKG): höchstens 60 € je Wohnung und Jahr, in der Regel für 5 Jahre, mit Begründung bis zu 9 Jahre – insgesamt höchstens 540 €. Das gilt nur, wenn du deinen Anbieter frei wählen kannst, und für Glasfaser, die bis Ende 2027 verlegt wird.

Eigentümergemeinschaft (WEG)

Jeder Wohnungseigentümer kann verlangen, dass das Haus an ein Glasfasernetz angeschlossen wird (§ 20 Abs. 2 Nr. 4 WEG). Über das Wie entscheidet die Eigentümerversammlung.

Geplante Änderung: Ein Gesetzentwurf zur Änderung des Telekommunikationsgesetzes (Bundestag, Drucksache 21/8277) sieht unter anderem ein „Recht auf Vollausbau“ bis in jede Wohnung und eine einheitliche Höchstdauer von 9 Jahren für das Bereitstellungsentgelt vor. Er ist noch nicht beschlossen (Stand Oktober 2026).

Was du vorbereiten solltest

  • Platz im Keller: etwa 1 m² Wandfläche für Hauseinführung und Hausübergabepunkt.
  • Leitungsweg: ein Leerrohr vom Keller zur gewünschten Dose, glatt und möglichst ohne Biegungen (Deutsche Glasfaser: Innendurchmesser mindestens 10 mm, kein weiteres Kabel im Rohr). Der Weg muss am Installationstag fertig sein.
  • Strom: je eine Steckdose für ONT und Router in der Nähe der Glasfaserdose.
  • Routerstandort: möglichst zentral, damit das WLAN das ganze Haus erreicht – die Dose kommt dann dorthin.
  • Neubau: Die Telekom verlangt einen offenen Graben oder ein Leerrohr von der Grundstücksgrenze bis zum Haus; eine Mehrsparten-Hauseinführung wird empfohlen.

Muss ich Glasfaser nehmen?

Nein. Laut Bundesnetzagentur besteht keine Pflicht, einen Vertrag für das Glasfasernetz abzuschließen. Dein bisheriger Anschluss bleibt zunächst bestehen; das Kupfernetz wird nicht abgeschaltet, solange es keine mindestens gleichwertige Alternative gibt. Wer aber später doch Glasfaser möchte, zahlt den Hausanschluss meist selbst. Bei OXG kannst du das Haus auch ohne Vertrag kostenlos anschließen lassen; bei GlasfaserPlus und Westconnect geht das nicht.

Wird in deinem Ort gerade Glasfaser gebaut?

Häufige Fragen

Ist der Glasfaser-Hausanschluss kostenlos?

Während des Ausbaus im Ort meist ja, oft unter der Bedingung, dass du einen Tarif buchst. Wer erst nach dem Ausbau bestellt, zahlt je nach Netzbetreiber mehrere hundert bis über 1.500 €.

Wie lange dauert der Glasfaser-Hausanschluss?

Bis ein ganzes Ausbaugebiet fertig ist, vergehen laut GlasfaserPlus etwa 6 bis 12 Monate; Genehmigungen und Material können das verzögern. Den Zeitplan für dein Haus erfährst du bei der Hausbegehung.

Darf ich als Mieter Glasfaser bekommen?

Ja. Du kannst den Anschluss mit einer Tarifbuchung anstoßen, der Netzbetreiber holt die Zustimmung des Vermieters ein. Der erste Glasfaseranschluss gilt als Modernisierung, die Mieter dulden müssen. Der Vermieter darf ein Glasfaserbereitstellungsentgelt von höchstens 60 € pro Jahr umlegen, wenn du den Anbieter frei wählen kannst.

Kann der Eigentümer den Anschluss verweigern?

Nur begrenzt: Nach § 134 TKG muss er den Anschluss dulden, soweit das Grundstück nicht unzumutbar beeinträchtigt wird. In der Praxis holen die Netzbetreiber trotzdem eine Zustimmung ein.

Was passiert, wenn ich keinen Glasfaservertrag abschließe?

Nichts Unmittelbares: Dein bisheriger Anschluss bleibt. Das Kupfernetz wird laut Bundesnetzagentur erst abgeschaltet, wenn es eine mindestens gleichwertige Alternative gibt und alle Kunden wechseln konnten. Ein späterer Hausanschluss kostet aber meist Geld.

Quellen
  • Telekommunikationsgesetz (§§ 72, 134, 145), BGB (§§ 555b, 555d, 556), WEG (§ 20), Betriebskostenverordnung – gesetze-im-internet.de
  • Deutscher Bundestag, Drucksache 21/8277 (Entwurf TKG-Änderungsgesetz, 30.09.2026)
  • Bundesnetzagentur und Verbraucherzentrale: Informationen zum Glasfaserausbau
  • Unterlagen der Netzbetreiber Deutsche Glasfaser, Telekom, OXG, GlasfaserPlus und Westconnect (Leistungsbeschreibungen, Broschüren, FAQ), abgerufen am 28. Oktober 2026

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